Looker Studio vs Looker Studio Pro vs Power BI

Looker Studio (Pro) vs. Power BI

In diesem Blogbeitrag vergleichen wir drei BI-Giganten: Power BI, Looker Studio und Looker Studio Pro. Anstatt einer einfachen tabellarischen Gegenüberstellung von Features, werden wir uns dabei drei praxisnahe Anwendungsfälle anschauen, um Ihnen zu helfen, das passende Tool für Ihre Bedürfnisse zu finden. Beginnen wir mit Power BI! 

 

1. Power BI: Das Kraftpaket für Unternehmen 

Power BI ist das Flaggschiff unter den Business Intelligence-Plattformen von Microsoft und wurde entwickelt, um Daten aus einer Vielzahl von Quellen zu verbinden, zu modellieren und zu visualisieren.

Das Kernstück von Power BI bilden ein robuster Semantic Layer, erweiterte Datenmodellierungsfunktionen mit DAX (Data Analysis Expressions) und eine nahtlose Integration mit Microsoft-Produkten wie Excel, Azure und SQL Server.

Diese Fähigkeiten machen Power BI ideal für Unternehmen, die standardisierte Kennzahlen, starke Governance und sicheren Zugriff auf geschäftskritische Daten benötigen. 

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Dashboard Beispiel: https://learn.microsoft.com/en-gb/power-bi/create-reports/service-dashboard-tiles

 

Anwendungsfall

Ein großes Finanzdienstleistungsunternehmen möchte Daten aus verschiedenen Systemen, darunter ERP-, CRM- und Buchhaltungssysteme, zusammenführen, um das Reporting zu vereinfachen und eine einheitliche Sicht über die finanzielle Situation zu erhalten.

Das Unternehmen muss die Datensammlung automatisieren, manuelle Fehler reduzieren und den Teams in den Bereichen Finanzen, Betrieb und Geschäftsführung sicheren, rollenbasierten Zugriff auf präzise Finanz-Dashboards bieten, die sich in interne Portale einbetten lassen.  

 

Warum ist Power BI ideal in diesem Anwendungsfall? 

Die fortschrittlichen Datenmodellierungsfunktionen von Power BI ermöglichen es dem Unternehmen, komplexe Berechnungen, benutzerdefinierte Kennzahlen und einheitliche Finanzberichte zu erstellen, die in verschiedenen Reports konsistent wiederverwendet werden können.

Die Sicherheitsfunktionen wie Sicherheit auf Zeilenebene (Row Level Security) und die Integration mit Azure Active Directory stellen sicher, dass sensible Finanzdaten nur für autorisierte Nutzer sichtbar sind.

Durch die Zentralisierung der Business-Logik im Semantic Layer wird eine „single source of truth“ für wichtige Kennzahlen geschaffen, was das Vertrauen in die Berichterstattung stärkt und die Einhaltung von Vorschriften unterstützt. Die integrierte Berichtsplanung (Report Scheduling-Funktion) und eingebetteten Dashboards vereinfachen den Zugang zu Erkenntnissen über alle Teams hinweg. 


sso-query-stepsSSO Abfrageschritte: https://learn.microsoft.com/en-gb/power-bi/connect-data/service-gateway-active-directory-sso

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Wo PowerBI begrenzt ist

Power BI setzt auf eine Selbstbedienungslösung, bei der Analysten Datenmodelle (DAX und Power Query) in individuellen Berichtdateien definieren. Ohne eine strikte Governance können dadurch inkonsistente Kennzahlen und Informationssilos zwischen verschiedenen Abteilungen entstehen.

Obwohl Power BI Pro für Unternehmen als erschwinglich gilt, erfordert die Nutzung von ergänzenden Enterprise-Funktionen wie unbegrenztem Teilen mit externen Nutzern, erweiterter Sicherheitsfunktionen und dedizierten Cloud-Kapazitäten für sehr große Datensätze häufig ein Upgrade auf die teurere Fabric-Stufe.

Für „nicht-technische” Nutzer ist der Einstieg im Vergleich zu einigen anderen BI-Tools ebenfalls schwerer, da die Lernkurve relativ steil und die Benutzeroberfläche nicht immer besonders intuitiv für die schnelle Erstellung von Dashboards ist.

Darüber hinaus bietet Power BI zwar eine robuste Datenmodellierung und -integration, kann jedoch bei extrem großen Datensätzen oder hochkomplexen Daten-Transformationen an seine Grenzen stoßen, so dass für eine optimale Leistung zusätzliche Ressourcen oder externe Tools erforderlich sind. 

 

2. Looker Studio: Die agile, kostenlose Visualisierungsebene

Looker Studio (ehemals Google Data Studio) ist die benutzerfreundlichste Plattform im Google-BI-Portfolio, die in der Standardversion komplett kostenlos angeboten wird. Ihre wahre Stärke liegt in der nahtlosen, nativen Integration mit dem gesamten Google-Ökosystem, einschließlich Google Analytics 4 (GA4), Google Ads und BigQuery.

Dank der intuitiven Drag-and-Drop-Oberfläche können auch technisch weniger versierte Nutzer einfach Datenquellen verbinden, visuell ansprechende Berichte erstellen und in kurzer Zeit zu aussagekräftigen Erkenntnissen gelangen.

 

Anwendungsfall

Ein neu gegründetes Startup muss sofort Verkaufs- und Marketingperformance messen, um die Effektivität von Kanälen zu überwachen. Sie haben ein begrenztes Budget und wenig IT-Ressourcen. Sie benötigen ein kostenloses, benutzerfreundliches und schnell einsetzbares Tool, das Teammitgliedern ohne SQL-Kenntnissen ermöglicht, interaktive Berichte zu erstellen.

 

Warum ist Looker Studio die optimale Lösung?

Looker Studio ist aufgrund der Null-Kosten-Einstiegsbarriere der perfekte Startpunkt. Dies ermöglicht es Marketern und Produktmanagern, sich sofort mit den wichtigen Google-Plattformen zu verbinden, ohne komplexes SQL zu benötigen.

Der Fokus auf schnelle Visualisierung bedeutet, dass das Startup sofort wertvolle Einblicke gewinnt, die eine agile Entscheidungsfindung ermöglichen, ganz ohne die Unterstützung von Data Engineers. 

 

Wichtige Funktionen:

  • Meister der Google-Integration: Bietet tiefe, nahtlose Konnektivität mit den wichtigsten Google-Produkten. 
  • Nutzerbefähigung: Die Drag-and-Drop-Oberfläche und die umfangreiche Bibliothek von Vorlagen ermöglichen es nicht-technischen Nutzern, Berichte schnell zu erstellen. 
  • Kollaboration: Unterstützt Echtzeit-Kollaboration, Versionierung und das einfache Einbinden von Berichten in Webseiten. 

Einschränkungen und Skalierung:

  • Begrenzte Datenmodellierung: Nur einfaches Data Blending (maximal fünf Quellen) und berechnete Felder pro Dashboard, was komplexe, wiederverwendbare Datentransformationen unmöglich macht. 
  • Grundlegende Governance: Berechtigungen beschränken sich auf grundlegende Rollen auf der Berichtsebene und fehlen an der organisatorischen Governance und den definierten Arbeitsbereichen, die für ein sicheres und skalierbares Teammanagement notwendig sind. 

3. Looker Studio Pro: Governance und KI im großen Maßstab

Looker Studio Pro ist die Unternehmensversion von Looker Studio, die die gewohnte Studio-Oberfläche mit leistungsstarken Funktionen erweitert, die für größere Organisationen notwendig sind – alles zu einem erschwinglichen monatlichen Abonnement (geschätzt etwa 9$ pro Nutzer).

Wichtig ist, dass mit Looker Studio Pro im Juli 2024 Gemini AI eingeführt wurde, was bedeutende KI-gesteuerte Funktionen für BI-Arbeitsabläufe hinzufügt. 

 

Anwendungsfall

Ein mittelständisches Unternehmen benötigt für die Abteilungen Vertrieb, Marketing und HR separate Dashboards. Die größte Herausforderung besteht darin, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der jede Abteilung ihren eigenen sicheren Arbeitsbereich hat und klare Rollen und Berechtigungen festgelegt werden, wer auf sensible Leistungsdaten zugreifen, sie erstellen oder bearbeiten darf.

 

Warum ist Looker Studio Pro die beste Lösung? 

Looker Studio Pro wurde entwickelt, um diese Governance-Herausforderungen im großen Maßstab zu lösen:

  • Zentralisierte Governance: Die Plattform richtet dedizierte Team-Arbeitsbereiche ein und überträgt den Besitz von Assets auf die Organisation, um Kontinuität zu gewährleisten, wenn ein Ersteller das Unternehmen verlässt. Nutzerberechtigungen und Rollen werden auf Teamebene verwaltet, was die Sicherheit vereinfacht. 
  • Unternehmensintegration: Looker Studio Pro integriert sich mit Google Cloud Identity & Access Management (IAM) für eine präzise Steuerung und mit Dataplex für die Nachverfolgung von Datenherkünften.
  • KI-gestützte Einblicke: Gemini AI demokratisiert den Datenzugang durch konversationelle Analysen (Fragen in einfacher Sprache) und vereinfacht die Berichterstellung, indem Trends und Anomalien in BigQuery-Daten automatisch erkannt werden. 
  • Erweiterte Automatisierung: Optimiert den Arbeitsablauf mit bis zu 200 Scheduled Reports pro Bericht und optimierten Dashboards für den mobilen Zugriff  

Einschränkungen von Looker Studio Pro:

Während Looker Studio Pro erfolgreich Benutzerberechtigungen und Governance adressiert, erbt es dennoch die grundlegenden Einschränkungen der kostenlosen Version in Bezug auf die Datenmodellierung und kann bei der Handhabung komplexer Daten im großen Maßstab Leistungseinbußen erfahren.

 

 

Tabellenüberblick: Looker Studio vs Power BI

Falls Sie eine herunterladbare Version dieses Vergleichs bevorzugen, können Sie unsere kostenlose Funktionsübersicht als PDF herunterladen. Wir hoffen, sie hilft weiter, und bei konkreten Fragen kontaktieren Sie uns gerne! 

PDF-Vergleich herunterladen

 

Fazit:

Die Wahl des richtigen BI-Tools hängt davon ab, wo Sie stehen – und wohin Sie wollen

Wie dieser Vergleich zeigt, gibt es kein „bestes“ BI-Tool – es geht darum, das richtige Tool für den jeweiligen Kontext, das Entwicklungsniveau und die Anforderungen zu finden.

Power BI sticht hervor als die beste Wahl für große Unternehmen, die fortgeschrittene Datenmodellierung, strikte Sicherheitsfeatures und eine tiefe Integration in Microsofts Ökosystem benötigen. Es glänzt bei zentraler Governance, komplexen Berechnungen und der Einhaltung von Vorschriften, jedoch geht dies mit höheren Kosten und einer Komplexität einher, die weniger technisch versierte Nutzer einschränken kann.

Looker Studio hingegen glänzt in puncto Geschwindigkeit und Zugänglichkeit. Die Null-Kosten-Einstiegsbarriere und die nahtlose Google-Integration machen es zur idealen Wahl für Startups und kleine Teams, die sofortigen Einblick in die Performance gewinnen wollen, ohne auf umfassende Data Engineering- oder Governance-Überlegungen angewiesen zu sein. Doch seine Einfachheit wird zum Limit, wenn Datenkomplexität und Organisationsgröße steigen.

Looker Studio Pro schließt diese Lücke, indem es erweiterte Governance, Team-Arbeitsbereiche und KI-gesteuerte Insights auf der vertrauten Looker Studio-Oberfläche hinzufügt. Es eignet sich besonders für mittelständische Unternehmen, die mehr Kontrolle, Sicherheit und Zusammenarbeit benötigen, aber noch nicht bereit sind, auf einen voll modellierten Semantic Layer oder eine Schwergewichts- BI-Plattform umzusteigen.

Letztendlich geht es bei der Entscheidung um einen Kompromiss zwischen Modellierungstiefe, Governance, Kosten und Benutzerfreundlichkeit. Das Verständnis Ihres aktuellen Datenmaturitätslevels und die Antizipation, wie sich dieses entwickeln wird, stellen sicher, dass Sie in ein BI-Tool investieren, das sowohl Ihre jetzigen Bedürfnisse als auch Ihr zukünftiges Potenzial unterstützt.

Wenn Sie Hilfe bei der Beurteilung benötigen, welches Tool am besten mit der Datenstrategie Ihrer Organisation übereinstimmt, können Sie sich gerne bei uns melden oder unsere BI-Dienstleistungen näher ansehen.